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Pflanzen, Bäume & Edelsteine als Anker für die Seele

Was ist besser geeignet als nach der langen (coronabedingten) Phase an Werktisch und PC mal kräftig in der Erde zu wühlen zu können? (M)ein Downshifting im Hotel NAKUK.
Nach einem ausgiebigen Frühstück und zum Glück auch meist in der Sonne ging es hinaus in den Gemüse- und Kräutergarten. Der Regen hatte es gut mit der Natur gemeint und alles grünte und blühte, auch das Unkraut. So manche Schubkarre voll habe ich weggefahren, bei leichtem Regen auch stilvoll mit Hut. Nach und nach kam dann auch die große Vielfalt des Nutzgartens zum Vorschein. Dank meiner kleinen Kosmos-Naturführer und auch einer PflanzenApp lernte ich selbst Un- bzw Wildkräuter kennen und entdeckte so manche Bachblüte wie zB den Odermennig, der mit dem Amethyst harmonisiert. Vesuvian bildet mit dem Ackersenf eine Einheit wie auch der dort wachsende Wein mit dem Lapislazuli. Aber auch manche Heil- und Gewürzpflanze wie zum Beispiel der Wilde Majoran, Beinwell oder Wermut wachsen dort in großen Büscheln und nicht nur in kleinen Töpfchen aus dem Supermarkt. Ein betörender Duft und dazu summende und brummende Hummeln und Bienen. 

Es war auch jedes Mal ein kleines Abenteuer, wenn Erdbeeren, Kohlrabi, Möhren, Mangold oder Erbsen zum Vorschein kamen oder der Weg dann zu den tief herabhängenden und voll beladenen Sträuchern der Johannis- oder Jostabeeren frei wurde. Zu Hause kauft man sich nur ein kleines Schälchen gemischter Beeren, dort war es ein Leichtes, den Eimer zu füllen und in die Küche zu bringen, wo alles direkt frisch verarbeitet wurde. Beim körperlichen Arbeiten in frischer Luft wurde der Kopf frei und das Gedankenkarussell stellte sich von selbst ab. Nur das Rauschen der Blätter und der Gesang der Vögel war zu hören. Eine innere Zufriedenheit breitete sich in mir aus. Nach getaner Arbeit konnte ich im Strandkorb auf der Wiese oder unter dem Walnussbaum "Tee mit Kluntjes" genießen, manchmal  auch den Himbeer-Mascarpone-Kuchen mit den frisch gepflückten Himbeeren.

Da es der Wettergott in der zweiten Woche nicht ganz so gut meinte hatte ich die Gelegenheit, mir so manchen wertvollen Tipp beim Küchenchef abholen zu können. Selbst das Kräuterhacken will gelernt sein, um nicht wertvolle Öle ans Hackbrett zu verschwenden. Zu tun ist in einem Hotel immer etwas, aber selbst beim Serviettenmangeln fiel der Blick durchs Fenster auf einen der alten Bäume. Der Gulshof hat einen wunderbaren alten Baumbestand und neben verschiedenen Kirsch- und alten Apfelbaumsorten trägt dort sogar ein Pfirsichbaum seine Früchte...

Den Tag habe ich immer mit einer kleinen Pappel-Rausch-Meditation und freiem Blick in den Himmel beendet. Und am letzten Tag wurde "extra für mich" noch am Strand von Schillig ein Riesenrad aufgebaut... Was will Frau noch mehr?

Ich könnte hier noch einen ganzen Roman schreiben, was ich alles gesehen und entdeckt habe. Die Zeit war viel zu kurz und es ist sicherlich besonders lohnenswert für mich, im Frühjahr die Blütezeit der Bäume mitzuerleben, um weitere Fotos von Steinen und Blüten machen zu können. Es war eben (m)eine Auszeit der besonderen Art, die ich gern bei nächster Gelegenheit wiederholen möchte.